Reisebericht Ghana – Lovely Ghana!

Auch in Ghana hat uns der afrikanische Zauber erwischt…

Das Land ist unglaublich abwechslungsreich, spannend und ein bisschen verrückt. Es gibt vieles was uns hier verwundert hat, vieles an das wir uns erst mal gewöhnen mussten, vieles das wir hinterfragen aber vor allem gibt es vieles in das wir uns verliebt haben!

Zunächst sind da die Menschen, die uns offen und herzlich in ihrem Land willkommen heißen. Fast jeder grüßt einen auf der Straße mit einem freundlichen “how are you” und “Akwaaba” (Twi) oder “Miawoezo” (Ewe) was so viel wie „willkommen“ bedeutet.

Die lockere Art der Ghanaer tut einfach nur gut. Jeder ist hier „brother“ and „sister“ oder „charlie“ was Freund bedeutet. Jederzeit ist man hier für ein nettes Gespräch zu haben und das ganz ohne Hintergedanken. Wir freuen uns mit den Menschen, wenn sie sich darüber freuen, wenn wir ihre Sprache sprechen. Sobald wir uns auf ihrer Sprache bedanken oder verabschieden wird dies stets mit einer regen Unterhaltung über unsere Lernversuche und einem strahlenden Lächeln quittiert. Herrlich! Die Menschen hier sind unglaublich hilfsbereit und so dauert es nie lange den richtigen Weg zum Busstop oder einem Gasthaus zu finden. Oft begleiten sie uns auch direkt bis zum gesuchten Ziel und unterhalten sich einfach mit uns. Obwohl die Menschen hier wirklich nicht viel haben sind sie unglaublich großzügig. Auf dem Markt wollten wir z.B. 2 Limetten kaufen, diese wurden uns geschenkt, die Frau wollte einfach kein Geld dafür. Von einer anderen Frau haben wir eine kleine Tüte Salz bekommen. Da Janet so ein großer Enten Fan ist hat sie von einer Lehrerin eine Kuscheltierente als Geschenk bekommen, auch Armbänder und Perlenketten wurden uns geschenkt.

Die Kinder haben uns mit ihren riesigen dunkelbraunen Kulleraugen und ihrer aufgeschlossenen Art im Handumdrehen um den Finger gewickelt. In der Schule waren sie uns gegenüber von der ersten Sekunde an total aufgeschlossen und wir haben richtig gespürt, dass wir bei den kleinen willkommen sind und sie sich freuen, dass wir da sind. Es ist herrlich durch die Straßen zu laufen und überall winken einem kleine Kinderhände entgegen, rufen Hallo oder „yevo“ was „weiß“ bedeutet und fangen an zu kichern. In den Dörfern kommen die Kinder sogar angerannt, nehmen einen an den Händen und erzählen irgendwelche Geschichten – von Scheu keine Spur.

Kids in School Da macht Mathe Spaß Ghana_0591_04162013

Die Lebensweise der Menschen ist beeindruckend. Obwohl sie deutlich weniger zum Leben besitzen als wir strahlen die meisten Menschen hier eine innere Zufriedenheit aus! Überall wird laut Musik gehört, die Menschen tanzen, ob auf der Straße, in Shops, beim Warten auf ein TroTro. Die Menschen nehmen sich Zeit, ob für eine Unterhaltung mit Fremden wie uns, oder einen kleinen Spaziergang um uns den Weg zu zeigen. Für einen Friseurbesuch wird auch mal der eigene Laden zu gemacht oder man schläft mittags stundenlang, weil es zu heiß ist. Das wäre in Deutschland niemals vorstellbar. Anfangs waren wir auch noch sehr verwundert, wenn wir vor einem Shop standen der gestern noch offen hatte und wir problemlos Wasser kaufen konnten und am nächsten Tag mitten unter der Woche vor verschlossenen Türen standen. Hier muss sich jedenfalls keiner über seine Arbeit definieren. Es wird gearbeitet um Geld zu verdienen und zwar so viel wie man zum Leben braucht. Überhaupt scheint Hektik hier ein Fremdwort zu sein und auch wir mussten uns daran gewöhnen das hier Zeit keine Bedeutung hat. Wenn man das aber erst mal verinnerlicht hat ist es herrlich entspannend. Als Ausländer denkt man oft: Die armen Menschen und wie primitiv die noch leben, aber das stimmt überhaupt nicht. Sicher, wenn man hier ankommt bekommt man erst mal einen Schock. Das Leben ist eben anders als bei uns. Es gibt keine riesige Auswahl an Konsumgütern und Luxus, aber wenn man genau hinschaut haben die meisten Menschen alles was sie zum Leben brauchen und machen damit größtenteils einen glücklichen Eindruck.

An den wunderschönen Menschen hier können wir uns kaum sattsehen. Die Frauen tragen meist wunderschöne – oft geschneiderte Kleider in den buntesten Farben. Auf den Märkten hier gibt es eine riesige Auswahl an Stoffen und es gibt unzählige Schneiderinnen die daraus die tollsten Kleider nähen. Obwohl die Bedingungen für unsere Verhältnisse wirklich nicht einfach sind (kein fließend Wasser, keine Waschmaschine usw.) sehen die Menschen hier immer topgepflegt aus und die Kleider glänzen! Die Afrohaare und Rastas sehen einfach großartig aus! Der aufrechte Gang (Janet vermutet dieser kommt durch „Dinge auf dem Kopf transportieren“) verleiht den Menschen hier eine anmutende Eleganz und die meisten Männer sind unglaublich durchtrainiert.

Die Natur kann man einfach nur lieben. Überall gibt es Geckos! Janet war ganz aus dem Häuschen- sie liebt diese Tiere und war ganz fasziniert hunderte dieser wunderschönen Echsen in den unterschiedlichsten Farben beobachten zu können. Vor allem in Have (Volta Region) hat es gerade zu von Geckos gewimmelt.  Am Straßenrand stehen Mangobäume, die unter der Last ihrer Früchte schwer zu tragen haben und einen herrlichen Duft versprühen, Felder voller Wassermelonen, Palmen voller Kokosnüsse, die einem sofort das Gefühl geben im Urlaub zu sein. In der Voltaregion gibt es herrlich grüne Berge und Wasserfälle und Schmetterlinge in den buntesten Regenbogenfarben fliegen umher. Leider sind diese fast unmöglich mit dem Fotoapparat einzufangen.

Geckos Gecko Gecko Natur pur überall grün

Überall und damit meine ich wirklich überall springen Ziegen und Hühner durch die Landschaft. Mitten auf der Straße, vor einem Shop, in einem Spot (Bar), auf dem Gehweg, in der Stadt.

An eine Jacke braucht man hier nie denken. Es scheint nämlich so gut wie immer die Sonne. Wer Sonne und heiße Temperaturen mag ist hier also genau richtig. Uns war es (vor allem in der extremen Mittagshitze) oft zu heiß aber es ist faszinierend zu sehen, wie in einem Land jeden Tag die Sonne stundenlang scheint, es abends hin und wieder sinnflutartig regnet und gewittert und am nächsten Tag die Sonne wieder voller Kraft scheint.

Lonely street

Ananas, Mangos, Papaya, Orangen, Bananen, Avocado…LECKER! Und mit der Importware keine bisschen zu vergleichen.

Mango

Auch richtiges Urlaubsfeeling fehlt hier nicht. Das Meer, der Strand, und der Volta bieten Erholung und man kann die Seele baumeln lassen. Die Bootsfahrt auf dem Volta in der Nähe von Kpeve war einfach traumhaft!

Atlantik - Cape Coast Atlantischer Ozean Hafen in Elmina

Die Märkte sind eine gnadenlose Reizüberflutung für unsere Augen. Faszinierend! Es gibt einfach alles! Unzählige Türme von Ananas, Wassermelonen, Avocados, Fisch in allen erdenklichen Sorten, Kleidung (die Märkte sind gnadenlos überflutet mit Waren aus Spendensäcken), wunderschöne Stoffe, Hygieneartikel, Schulmaterial, Handys…Alles wird in riesigen Körben auf dem Kopf transportiert und es macht einfach nur Freude die Menschen zu beobachten.

Verkauf an der Straße Was man nicht alles auf dem Kopf tragen kann Auf dem Markt

Wir lieben TroTros! Überhaupt ist die Fortbewegung in Ghana sehr einfach und sehr günstig. Mit den TroTros (Mini Bus als Sammeltaxi) kommt man super einfach von A nach B. Meistens läuft laut Musik und die Fensterscheiben sind weit geöffnet. Oft wird man von den unterschiedlichsten Menschen angequatscht, die auch gerne dafür sorgen, dass man auf keinen Fall zu viel bezahlt- großartigJ Sicherheit ist so eine Sache, einen Gurt gibt es wenn überhaupt nur für den Fahrer und die Autos sind auch eher in einem Zustand der in Deutschland absolut nicht mehr als TÜV-tauglich angesehen wird. Auch das gehört zum Reisen dazu und mit gesundem Menschenverstand und Aufmerksamkeit kommt man gut zurecht. Gelegentlich muss man für einzelne Streckenabschnitte auch ein Taxi nehmen, das etwas teurer ist, aber alles in allem kommt man hier wunderbar vorwärts- man sollte nur stets genügend Zeit einplanen. 🙂

Motorbike Taxt 20140501-151202.jpg 20140501-151151.jpg

Wir lieben es durch folgende Geräuschkulisse geweckt zu werden: Lautes Ziegen meckern, das Krähen eines Hahnes, Hiphop Musik und Wortfetzen die auf afrikanisch an unsere Ohren dringen. Herrlich 🙂

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