Reisebericht Japan – Verliebt in das verrückte Land der aufgehenden Sonne

Wer sich in Tokio langweilt ist selbst schuld!

Herzlich Willkommen in einem Land das seine Besucher zwischen traditionellen Tempeln und hypermodernem Bling-Bling nonstop in Staunen versetzt. Gerade die Aufgeschlossenheit gegenüber Fremden und die Verbundenheit zu jahrtausend alten Traditionen macht dieses Land als Reiseziel so reizvoll.

Die erste Überraschung wartet wohl direkt am Flughafen auf die fremden Gäste: die Toiletten. Und damit meine ich jetzt nicht die traditionellen asiatischen, unbequemen Bodenklos, nein: Es gibt wunderbare, westliche Toiletten, die vor Sauberkeit nur so strotzen und über eine wirklich erstaunliche Auswahl an Knöpfen verfügen. Man kann die Wärme der Kloschüssel regulieren, es gibt einen Föhn für den Allerwertesten, ein Deospray, und sogar leise Musik, damit der Nachbar die Sitzung nicht mitbekommt. Neugierig wie sie ist, musste Janet natürlich alle Knöpfe ausprobieren und hat einfach mal alles gedrückt was es zu drücken gab – da es nur auf japanisch angeschrieben steht die einzige Möglichkeit herauszufinden welcher Knopf welche Funktion erfüllt. Tja und angepinkelt wie ein nasser Pudel kam sie dann aus der Toilette und Fabian und ich lagen vor Lachen am Boden – einer der Knöpfe bedeutete wohl Shower :-). Sorry, aber diese kleine Klogeschichte zu Beginn musste einfach sein. Was für ein wundervoll verrücktes Land und der erste Eindruck sollte uns auch nicht täuschen…

Japanische Multifunktionstoilette

Japanische Multifunktionstoilette

Asakusa

Die ersten vier Tage haben wir in einem Hotel in Asakusa gewohnt und das Zimmer war mit 15 qm viel größer als ich es in Japan erwartet hatte ;-). Asakusa kam mir wie ein Zeittunntel vor. Es verbindet die alte Zeit in der Tokio noch Edo hieß mit der heute weltbekannten Metropole auf wirklich beeindruckende Weise. Gigantische Bauwerke wie das Hochhaus der Ashai Brauerei das ein Bierglas darstellt und direkt um die Ecke findet man Tempelanlagen und Schreine.

Tokyo SkyTreeTower und Asahi Brauerei

Tokyo SkyTreeTower und Asahi Brauerei

Bei unseren Spaziergängen durch Asakusa haben wir an vielen Stellen das alte Japan wiederentdeckt. Tempelanlagen, Schreine, alte Gebäude und man kann hier wunderbar der Hektik der Großstadt entfliehen, durch eine wunderschöne Parkanlage schlendern und die Schildkröten im Wasser beobachten.

Unzählige Schildkröten leben hier im Park

Unzählige Schildkröten leben hier im Park

Sehr erstaunt waren wir darüber, hier so viele Obdachlose zu sehen. Am Flussufer und in den Parkanlagen leben Menschen in Behausungen aus Pappkartons und Plastikplanen. Teilweise sogar mit Stühlen und Kochgeschirr – sehr bemüht alles so reinlich wie möglich zu halten wie es scheint. Meist bestreiten sie ihren Lebensunterhalt mit dem Sammeln von Flaschen und Altpapier. Um die Würde dieser Menschen zu wahren sollte man diese Flußufersiedlungen meiden. Da in Japan diese Art zu Leben toleriert oder einfach ignoriert wird, muss nicht auch noch eine Belagerung durch neugierige Touristen sein. Da wir es nicht besser wussten sind wir natürlich auch am Flussufer entlang gelaufen und ohne darüber nachzudenken, haben wir diese Behausungen auch fotografiert. Bereue es aber wirklich und werde daher auch keines dieser Fotos veröffentlichen.

Spaziergang im Regen

Spaziergang im Regen

Asakusa ist besonders bekannt für seine traditionell japanische Küche. Mit Englisch kamen wir aber weder in Tokyo noch in Kyoto meist nicht wirklich weiter – hin und wieder bekamen wir wenigstens eine englische Speisekarte in die Hand gedrückt, aber in vielen Restaurants kann man Nachbildungen der Speisen aus Wachs im Schaufenster begutachten und hat somit zumindest eine Vorstellung was man da bestellt. Wir hatten fast immer Glück – wenn Janet sich nicht mal wieder total sicher war auf der Speisekarte oder in den Wachsabbildungen frittierte Pilze zu erkennen und diese sich dann als irgendwelche Meeresviecher herausstellten. Ihr meist gesagter Satz in Japan: „Das esse ich jetzt auf keinen Fall“. 😉

Oktopusspieße - wer´s mag...

Oktopusspieße – wer´s mag…

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Vegetarische Suppe mit Tofu

Vegetarische Suppe mit Tofu

Dreißig Millionen Besucher haben jährlich nur ein Ziel: In Asakusa steht der älteste und bedeutenste buddhistische Tempel Tokios, der Senjo-ji Tempel. Durch das Tor mit seiner riesigen Laterne kommt man direkt auf die Nakamise – Straße, die als ältestes Geschäftsviertel Japans gilt und direkt auf das Hauptgebäude des Tempels zu läuft. Uiiiiii, sind hier viele Touristen unterwegs. Der Tempel ist sowohl Anziehungspunkt für zahlreiche Ausländer, als auch für die Japaner selbst!

Senjo-ji Tempel Asakusa

Senjo-ji Tempel Asakusa

Glück ist nicht käuflich? In Japan schon! Wie an allen Tempelanlagen kann man auch hier in zahlreichen Formen versuchen die Götter gütlich zustimmen oder gute Wünsche auf den Weg schicken – allerdings nicht ohne vorher dafür bezahlt zu haben.

Man kann Räucherstäbchen kaufen, kleine Holzschilder auf die man seinen Wunsch schreibt erwerben und vor dem Hauptgebäude ist meist eine Glocke angebracht, die man nach Münzeinwurf läuten kann.

Wünsche auf Holztafeln verewigen

Wünsche auf Holztafeln verewigen

Räucherstäbchen für die guten Wünsche

Räucherstäbchen für die guten Wünsche

Erst Geld, dann Wunsch und 2 x in die Hände klatschen...

Erst Geld, dann Wunsch und 2 x in die Hände klatschen…

Es gibt viele unterschiedliche Rituale und Ausführungen. Die älteren und religiös gebildeten Japaner kennen sich hier gut aus,  wir haben sie oft minutenlang beobachtet und versucht nachzumachen, was wir gesehen haben. Es gibt aber auch herrliche Anleitungen im Internet  🙂

In erster Linie ist es natürlich Religion und Glaube die tief im japanischen Bewusstsein verankert sind und ihre festen Wurzeln in dieser Tradition haben. Bei den vielen „Geld gegen gute Wünsche“ Attraktionen die es aber rund um die Tempelanlagen gibt, kommt man hier schon etwas ins Grübeln und es wirkt doch alles sehr nach Geldmacherei. Aber wir haben es mit dem gekauften Glück auch ausprobiert und waren sehr zufrieden mit unserem Orakelspruch :-).

Wir ziehen unsere Glücksnummer

Wir ziehen unsere Glücksnummer

Aber es gibt sie auch, die kostenlosen religiösen Rituale. Beim Eintritt in den Tempel oder Schrein gibt es meist einen Brunnen aus dem man mit einer Kelle Wasser schöpft um damit die Hände und den Mund zu reinigen.

Ein reinigendes Ritual

Ein reinigendes Ritual

Auch Tauben wollen Glück...

Auch Tauben wollen Glück…

Ein Spaziergang in der Abenddämmerung am Ufer bietet einen atemberaubenden Anblick auf die vielen Ausflugsboote, die auf dem breiten Fluss hin- und herfahren. Hier wird man als Beobachter schnell in eine romantische Stimmung versetzt. Der Anblick der Boote bildet einen reizvollen Kontrast zum Tokyo SkyTreeTower auf der anderen Seite des Flusses, mit seinen 634 Metern Höhe. Hier wollten wir eigentlich auch einen Blick von oben auf Tokio erhaschen – jedoch ist dies ohne Reservierung nicht möglich und allein in der Schlange nur für die Reservierung hätten wir 2h warten müssen. Im Internet ist es leider nur mit japanischer Kreditkarte möglich – haben wir leider keine, sowas aber auch!

Tokyo SkyTreeTower

Tokyo SkyTreeTower

Shibuya

Shibuya erinnerte mich auf den ersten Blick an den Times Square in New York “bling bling” Leuchtreklame soweit das Auge reicht. Hier ist das weltumsatzstärkste Starbucks zuhause – es liegt nämlich direkt an einer der meist überquertesten Straßenkreuzungen der Welt – Hachiko -, die an Arbeitstagen von zehntausenden Menschen überquert wird.

Eine der meist überquertesten Kreuzungen der Welt

Eine der meist überquertesten Kreuzungen der Welt

Menschen beobachten macht hier besonders viel Spaß. Irgendwie habe ich zwar erwartet, das in Japan jeder irgendwie crazy aussieht, da wurde ich eines Besseren belehrt – aber sowas von! So wohl Frauen als auch Männer sind meist sehr schick angezogen – Kostüme, Anzug, Krawatte, Röcke…allerdings bei den meisten Frauen ultra kurz und im Schulmädchenstyle, aber trotzdem fehlt es hier nicht an ausgefallenen Stylings und ganz besonders verliebt habe ich mich in die traditionellen Knallbonbons!

Wir haben in Shibuya Tower Records besucht – ein 7stöckiges Buch-und Musikgeschäft mit einem netten Café und englischen Büchern sowie Mandarake – einen riesigen unterirdischen Mangaladen. Ebenfalls sehr interessant war Tokyu Hands – hier gibt es alles zu kaufen was man so gebrauchen kann und v.a. viel Material für Heimwerker und Dinge-Selbermacher.

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Japanstyle :-)

Japanstyle 🙂

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Knallbonbons of Japan

Ich liebe diese Knallbonbons :-)

Ich liebe diese Knallbonbons 🙂

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Hochzeitspaar

Hochzeitspaar

 Harajuku

Eine Brücke führt von der Harajuku Station vorbei an modernen Klamottenläden zurück ins traditionelle Japan – zum Meiji Schrein. Auf der Brücke sollen sich bei gutem Wetter allerlei kuriose Menschen tummeln und man trifft hier wohl häufig auf Mädchen im Gothic Lolita Stil – ich leider nicht, obwohl ich es gleich an mehreren Tagen versucht habe, aber bestimmt war das schlechte Wetter schuld. Fantastisches gibt es hier aber trotzdem zu sehen!

Der Spaziergang zum Schrein führt durch einen wundervoll naturbelassenen Wald – Yoyogi Park – und hier kommt man sich überhaupt nicht mehr wie in einer 13 Millionen Metropole vor (abgesehen von den vielen Touris).

Auf der anderen Seite der Harajuku JR-Station liegt Takeshita-Dori. Eine sehr gut besuchte Shoppingstraße in Hello-Kitty-Manier.

Zuhause bei Heidi, Mila und Sailor Moon

Wusstet ihr, das die Trickserie Heidi (Heidi, Heidi deine Welt sind die Berge) nicht aus der Schweiz sondern aus Japan kommt? Daher hat sie auch diese großen Augen. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich sie im Mangamuseum entdeckt habe! Zwar sind die ersten Heidi Bücher aus dem Jahre 1880 von einer Schweizerin geschrieben wurden, richtig erfolgreich wurde Heidi aber erst durch die Übersetzung ins japanische und die dazugehörige Zeichentrickserie. Noch heute ist Heidi in Japan sehr beliebt und das kleine Mädchen steht hier zu Lande für Reinheit und Unschuld. Meine Reisegefährtin kam auch gar nicht mehr aus Staunen raus,  Mila Superstar und Sailormoon – klar, die kommen aus Japan – aber Lady Oscar und Georgie? Unglaublich – aber ja, die großen Augen! Sehr enttäuscht war sie aber, als sie feststellen musste, das es außer alten Mangacomics überhaupt nichts von ihrem Kindheitsidol Mila in Japan zu sehen gibt – Sailormoon ist da schon etwas berühmter.

Sailor Moon

Sailor Moon

Auf den Spuren von Mila Superstar im Mangamuseum Kyoto

Auf den Spuren von Mila Superstar im Mangamuseum Kyoto

Beim bummeln durch die Stadt entdeckte Janet dann aber plötzlich Die Mumins und war nicht mehr zu halten. Wie kommen die denn hier her? Keine Sorge, die kommen wirklich aus Finnland – Japaner sind aber verrückt nach ihnen und haben sogar ein Cafe für einsame Japaner gegründet:  „Mumin – dein bester Freund“ sowas kann einfach nur in Japan funktionieren.

Total beliebt in Japan: Die Mumins!

Total beliebt in Japan: Die Mumins!

One night im Lovehotel

Es gibt sie fast überall in Japan: „Rabu hoteru“ –  sogenannte Lovehotels. Dieser werden nicht wie ihr bei dem Namen vermutlich denkt hauptsächlich von Prostituierten und Freiern aufgesucht sondern von ganz normalen japanischen Liebespaaren. Nicht selten lebt eine ganze Familie auf engem Raum zusammen und die Zimmer sind oft nur durch Vorhänge oder Pappwände getrennt, wenn überhaupt. Für viele Paare ist ein Besuch im Lovehotel also die einzige Chance auf ein paar Stunden Zweisamkeit, Nähe und Romantik. Diese Hotels sehen meist ganz verrückt aus – und haben oft auch verschiedene Themen: Eine Burg, Zimmer im Hello Kitty Style, ein Traum in pink, eine Prinzessinensuit… Hello Kitty Zimmer? Das müssen wir sehen! Und so stand unser Plan fest eine Nacht bei Hello Kitty oder Co. zu verbringen. Allerdings gar nicht so einfach wie gedacht… Man findet zwar zahlreiche dieser Hotels, aber die meisten sehen nur von außen etwas abgefahren aus und die Zimmer sind dann total normal.

Lovehotel

Lovehotel

Lovehotel

Lovehotel

Im Internet haben wir nicht wirklich eine Seite zum Buchen gefunden, also sind wir in ein für Lovehotels bekanntes Viertel gefahren. Zwölf Lovehotels und 3 Stunden später hatten wir immer noch keine Unterkunft für die Nacht und mittlerweile war es auch schon 21 Uhr. Entweder man wollte uns nicht übernachten lassen, weil wir kein japanisch sprechen oder die Zimmer waren uns zu normal – da konnten wir ebensogut in einem normalen Hotel übernachten. Da uns aber die Zeit davon lief und damit auch das Angebot an Zimmern in einem Lovehotel – unglaublich hoch die Nachfrage, blieb uns am Schluss nichts anderes übrig als ein Zimmer in einem normalen Lovehotel zu buchen. Das macht man übrigens an einem Automaten – ganz diskret. Zumindest können wir behaupten wir haben in einem Lovehotel geschlafen.

Automat für die Buchung im Lovehotel

Automat für die Buchung im Lovehotel

Unser Zimmer im Lovehotel

Unser Zimmer im Lovehotel

Roppongi

Hier tobt das Nachtleben Tokios und dieses Stadtviertel besteh eigentlich nur aus Bars, Clubs und Restaurants. Vom Hills Mori Tower hat man einen gigantischen Ausblick über Tokyo – ganz ohne Anstehen.

Tokyo by night

Tokyo by night

Wherever you go, go with all your heart

Wherever you go, go with all your heart

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Außerdem gibt es in Roppongi das beste Sushi ever, ever, ever!

Sushi @Sukiyabashi

Sushi @Sukiyabashi

Per Nachtbus geht unsere Reise von Tokyo nach Kyoto

Hier erleben wir zwei fantastische Tage mit Kuumi, die uns mehr als herzlich in ihrem Haus empfängt. Absoluter Wahnsinn: Sie ist verrückt nach mir! Kuumi und ich haben uns ja sowas von gern! Sie ist nämlich ein riesiger Quietscheentenfan und ist total von mir und meiner Reise begeistet.

Kummi liebt Quietscheenten

Kummi liebt Quietscheenten

Hier gibt es ja so viel zu sehen! Ich weiß überhaupt nicht wo ich Anfangen soll – Kyoto hat nämlich ein ganzes Meer an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Aber Kuumi ist mir eine große Hilfe und berät mich ausführlich, welche Sehenswürdigkeiten für mich spannend sein könnten. Der Touristenmagnet schlecht hin in Kyoto ist der Rokuon-ji – ein komplett mit Blattgold überzogener Tempel.

Rokuon-ji  Tempel Kyoto

Rokuon-ji Tempel Kyoto

Während unserer Zeit in Kyoto gab es ein Lichterfest. Unzählige Laternen werden zu diesem Fest ins Wasser gelassen um an die Verstorbenen zu denken, wie uns Kuumi erklärte. Leider hat es geregnet – schön war´s aber trotzdem.

Lichterfest in Kyoto

Lichterfest in Kyoto

Spaziergang durch den Bambusgarten in Kyoto

Spaziergang durch den Bambusgarten in Kyoto

Liebe Kuumi, we will miss you!

Mit Kuumi @ Kuumis little house

Mit Kuumi @ Kuumis little house

Unsere nächstes Dach überm Kopf war das Ryokan Ryokofuso. Hier werdet ihr zunächst mit einer Teezeremonie auf eurem Zimmer begrüßt, schlaft traditionell auf ausrollbaren Matratzen auf dem Boden und habt sogar einen kleinen Schrein bei euch im Zimmer. Außerdem gibt es im sechsten Stock ein traditionell japanisches heißes Bad, das man komplett nackt benutzt – Männlein und Weiblein getrennt.

Traditionelle Übernachtung im Ryokan

Traditionelle Übernachtung im Ryokan

Meine Reisegefährtin verwandelt sich in eine Japanerin ;-)

Meine Reisegefährtin verwandelt sich in eine Japanerin

Unter anderem haben wir auch den Nijo-jo (Nijoburg) angesehen. Er wurde im 17. Jahrhundert als Shogunfestung gebaut und sehr begeistert waren wir vom Fußboden des alten Gebäudes – begleitet von einem Dauerquietschen – eine bewusste Konstruktion um zu hören, wenn sich Feinde einschleichen – kann man die großen Hallen erkunden.

Blick auf den Nijo-jo

Blick auf den Nijo-jo

Fabian hat sich besonders für die Spuren der Samurai interessiert. Neben dem Kodokan – der Geburtsstätte des Judo waren wir also beim Sumo-Ringen, in alten Burgen und in einigen Schwert-und Kampfkunstläden.

Zu Besuch bei den Samurais

Zu Besuch bei den Samurai

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Was mir an Japan so aufgefallen ist

  • So ziemlich in jedem Laden gibt es Mangas und auch Heftchen mit sexuellem Inhalt zu kaufen. In der Mittagspause kann man wunderbar erwachsene Männer beobachten, die sich diese Heftchen reinziehen – ein bisschen speziell ist das ja schon.
  • Englisch ist hier wirklich eine Fremdsprache. Wir haben wenige Japaner kennengelernt, die richtig gut Englisch sprechen und waren auch sehr darüber verwundert, das in Supermärkten usw. alles nur auf japanisch steht – wenn man nicht gerade Starbucks oder Mc Donalds ansteuert.. Macht aber Spaß, so war Essen bestellen immer eine kleine Herausforderung mit Überraschungseffekt.
  • Es gibt total viele Raucher. Obwohl rauchen auf der Straße in Japan verboten ist, haben wir extrem viele Raucher gesehen. Fast in allen Restaurants, Cafes und Bars wird geraucht und leider auch in sehr vielen Hotelzimmern…
  • Das Land in dem es fast keine Mülleimer gibt, aber trotzdem alles sauber ist. Japaner tragen ihren Müll nämlich solange mit sich rum, bis sie einen Mülleimer finden. Bravo!

Dieses Land machen seine Menschen so besonders:

  • Hilfsbereit: Egal wen wir wann und wo gefragt haben. Jeder hat immer versucht uns zu helfen – wenn auch ganz ohne Englisch, dann eben mit Zeichensprache.

Unglaublich diese Japaner! Wirken sie doch meist sehr schüchtern, zurückhalten und höflich verblüffen sie einen im nächsten Moment mit ihrer umwerfenden Direktheit – aber im Positven.

  • Sie laufen einfach mit dir mit um dir den Weg zu zeigen
  • Sie sind neugierig und fragen ganz direkt nach deinem Alter, Familienstand…
  • Sie tauschen nach zwei gewechselten Sätzen email Adressen mit dir aus und landen sich quasi selbst zu dir nachhause ein 🙂
  • Wir haben viele getroffen die schon einmal in Deutschland waren und uns ihr Deutsch ganz stolz präsentiert haben
  • Sie lieben es scheinbar Schlange zu stehen. Wo sonst stehen die Menschen über zwei Stunden für eine Tüte Popcorn an???
  • Erstaunlich fand ich auch, wie wenig ich über das Land Japan eigentlich wusste und wie viel davon wir doch schon in Deutschland integriert haben: Sushi, Zen, Hello Kitty – von den Trickserien brauche ich gar nicht erst anfangen 😉

Welches Land hat denn bitte solch einen coolen Kulturbotschafter?

Kulturbotschafter Japans: Doraemon

Kulturbotschafter Japans: Doraemon

Mein Fazit:

Liebe auf den ersten Blick! Japan hat mich schon nach kürzester Zeit in seinen Bann gezogen und ich komme ganz sicher wieder um noch mehr von diesem faszinierenden Land und seinen Menschen zu erleben. Dann aber im April, wenn die Kirschbäume blühen…

Was ihr wissen solltet:

Reisen durch Japan ist überhaupt kein Problem – wenn man damit leben kann zum Essen gelegentlich eine Überraschung serviert zu bekommen 😉 Da in Japan kaum Englisch gesprochen wird ein kleines Helferlein für eure Japan Reise: Ohne Worte Wörterbuch und ein Ausdruck mit den wichtigsten Wörtern und Redewendungen.

Transport in Japan

U-Bahn, Tram und Bus – das Netz ist wunderbar ausgebaut und wir haben trotz vieler Menschen immer einen Platz gefunden.

Transport vom Flughafen Narita: für 1100 Yen mit der Keisei Zuglinie nach Ueno. Alternativ Limousinen-Busse direkt zu den großen Hotels für ca. das Dreifache.

Mit dem Nachtbus (JR) sind wir von Tokyo nach Kyoto. Nützliche Infos und englische Buchungsseite für Busreisen hier: willerexpress.com

In Kyoto hatten wir jeweils Tagestickets für den Bus.

Mit dem Zug von Kyoto nach Tokyo – so eine Fahrt im Shinkansen musste einfach sein. Planen kann man die Reisen mit JR-Netz sehr gut online über Hyperdia.

Übernachtungen

Wenn ihr Nichtraucher seid, unbedingt bei der Buchung angeben und darauf achten ob es Nichtraucherzimmer gibt.

Tokio

Chisun Inn oder Suche über agoda.com

Unser Hotelzimmer war mit 15 qm keine Luxussuit, aber viel größer als wir erwartet hatten und mit eigenem Bad. Die Mitarbeiter sprechen zwar kaum Englisch, sind aber sehr hilfsbereit und das Hotel liegt in Asakusa in sehr guter Lage mit wenigen MInuten Fußweg zur Metro.
Kosten Doppelzimmer ca. 60-70 €

Kyoto

Little Kuumis House AirBnB – unser Geheimtipp

Ihr wohnt direkt bei Kuumi im Haus und werdet von ihr auf herzliche Art in das japanische Leben intigriert. Ihr schlaft in einem eigenen Zimmer im 2. Stock, traditionell mit ausrollbaren Matratzen auf dem Boden – so herrlich haben wir auf unserer ganzen Reise nicht geschlafen! Dusche und WC befinden sich him ersten Stock.

Kuumi ist einfach großartig und es wird euch an nichts fehlen.
Kosten: ca. 80€/ Nacht

Ryokofuso –Ryokan – traditionelles japanisches Gästehaus

Auch hier wird traditionell auf dem Boden geschlafen. Service ist wunderbar. Wurden täglich mit erfrischendem Tee begrüßt und unsere Betten wurden für uns jeden Abend ausgerollt und am nächsten Morgen wieder weggepackt. Alles passiert still und heimlich.

Es gibt ein traditionelles Bad, das täglich von 16-24 Uhr genutzt werden kann – Männer und Frauen getrennt.
Kosten: ca. 75€/ Nacht

Nützliche Infos:

Am Hauptbahnhof in Tokyo habt ihr die Möglichkeit euer Gepäck für mehrere Tage einzulagern. Wir haben diesen Service für unsere Reise nach Kyoto genutzt und sind nur mit einem Rucksack gereist. Die Gepäckaufbewahrung „Rail and go service“ befindet sich neben der Wartehalle und dem Café der Busstation an der Tokyo Station.
Kosten: 420 Yen/ pro Tag (ab dem 6. Tag das Doppelte)

Sushi im Supermarkt ist viel günstiger als in den Restaurants und super lecker!

Falls ihr viel im Land umher reisen wollt lohnt sich ggf. ein Japan-Railpass. Den muss man allerdings im Voraus aus dem Ausland beantragen. Mehr Infos hier: japanrailpass.net

3 Gedanken zu „Reisebericht Japan – Verliebt in das verrückte Land der aufgehenden Sonne

  1. Christine

    Hallo Ihr zwei,
    habe mich mal wieder auf „duckyontour“ geschaltet weil ich wissen wollte, wie es Euch geht.
    Liebe Grüße aus dem fernen Schwabenland, das ja auch manches Mal Besonderheiten beim Essen hat, wie zum Beispiel saure Kutteln, oder Knöpfle, Wiebele. Na????
    Eure Christine

    Antworten
    1. ducky Beitragsautor

      Vielen Dank Christine! Wir 3 haben uns sehr über die Grüße gefreut! Und nach unserer Rückkehr sollten wir wohl auch mal über die kulinarischen Highlights der deutschen Regionen berichten 🙂

      Antworten
  2. Andreas

    Liebe Ducky,
    schreib weiter so interessante, lebhafte und authentische Berichte. Es ist gut zu wissen, dass es euch gut und besser geht. Ich hoffe, du hast China gut überstanden??? Ich sage nur: „Ente süß-sauer…“
    Liebe Grüße von uns allen

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