Reisebericht Tonga: Im Rausch des Meeres – Schwimmen mit Walen

Wenn man sich im Internet oder in bekannten Reiseführern a la Lonely Planet über Tonga aufschlaut, springt einem sofort eine Attraktion an: Schwimmen mit Walen. Tonga ist eines der wenigen Länder dieser Erde  wo es möglich ist mit Buckelwalen gemeinsam im tiefen, weiten Ozean zu schwimmen. Die sanften Meeres Riesen ziehen sich zwischen Juli und Oktober gerne in die flachen Gewässer vor den Inselgruppen um Ha´apai zurück um hier ihre Jungen zu gebähren – eine einzigartige Chance!

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Direkt bei unserer Unterkunft auf Uoleva konnten wir unsere Tour buchen. Finau -die Tochter – geht seit einigen Jahren mit Walen tauchen und freut sich ihre Gäste mitzunehmen und ihnen die Welt der Meeressäuger näher zu bringen. Aus Sicherheitsgründen für ihre Gäste und zum Schutz der Wale nimmt sie aber nie mehr als vier Personen mit. Zusammen mit ihrem Mann – der das Boot steuert und der einen unglaublichen Blick für die Meeressäuger hat – wir haben weit und breit nichts gesehen, da zeigt er auf eine weit entfernte Stelle im Meer “dort ist ein Wal”- beginnt unsere Reise zu den Meeressäugern und eines unserer intensivten Erlebnisse.

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Ganz langsam und vorsichtig näherten wir uns mit unserem Boot – um die Tiere nicht zu erschrecken. An Bord gab uns Finau noch einige Anweisungen. „Verhaltet euch im Wasser ganz ruhig und habt keine Angst, die Tiere sind friedlich und tun euch nichts. Wenn sie auf euch zu schwimmen, bleibt einfach ganz ruhig – sie schwimmen an euch vorbei. Nur keine hektischen Bewegungen. Am besten legt ihr die Arme im Wasser an, wie wenn ihr euch selbst umarmt.“ Auuufgeregt!!! Finau ging zuerst ins Wasser – um zu schauen ob die Wale auch bleiben – wenn sie sich gestört fühlen ,können sie zum Glück jederzeit einfach weiter schwimmen. Finau gab uns aber ein Zeichen ins Wasser zu springen – wie aufregend – unseren Herzschlag konnte man deutlich hören.

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Finau deutete auf eine Stelle im Meer, tief unter uns. Es hat eine Weile gedauert, dann konnten wir durch das schummrige Wasser die Umrisse eines Wales direkt unter uns ausmachen. Eine junge Mutter- noch ziemlich klein (ca 15 Meter lang ) mit ihrem Baby (etwa 9 Meter lang) erklärte uns Finau. Klein sahen diese Meeresbewohner ja überhaupt mal nicht aus. Plötzlich kam Bewegung in die Wale unter uns. Das Baby tauchte direkt vor uns an die Oberfläche – schaute uns dabei direkt in die Augen – ein atemberaubender Moment – wir waren verzaubert- Gänsehaut pur und Tränen glitzerten hinter der Tauchermaske in unseren Augen.

Buckelwal "Baby" beim Auftauchen

Buckelwal „Baby“ beim Auftauchen

Kleiner Buckelwal

Kleiner Buckelwal

Das Baby schnappte an der Oberfläche nach Luft und ließ sich dann wieder hinunter zu seiner Mama gleiten.

DSC05602 Diese lag seelenruhig da, als würde sie schlafen – ganz friedlich und wir waren überrascht wie wenigt diese Tiere sich durch unsere Anwesenheit störten – scheinbar überhaupt nicht  Finau erklärte uns, dass das Baby ca. alle 15 bis 20 Minuten zum Luft holen an die Oberfläche muss, ein ausgewachsener Wal pro Stunde etwa nur einmal. Das Schauspiel wiederholte sich noch einige Male, dann durften wir sogar Zeuge werden, wie das Walbaby gesäugt wurde – ein unvergesslicher Moment. Obwohl es im Wasser ziemlich kalt war, spürten wir die Kälte kaum – wir waren so von den Meeressäugern fasziniert. Plötzlich kam Bewegung auf und die Walkuh tauchte auf – ohoh – sie schwamm keine 5 cm an uns vorbei und hätte uns beinahe berührt – wir hielten die Luft an und mussten tatsächlich auch etwas ausweichen. Mit unglaublicher Kraft sprang sie aus dem Wasser um Luft zu schnappen – und wir taten es ihr gleich – was für ein Schauspiel.

DSC05597Auch das Baby war jetzt hellwach und sprang mehrere Male direkt vor uns aus dem Wasser. Sie schwammen ein Stück von uns weg – unglaublich wie viele Meter ein Wal mit einem einzigen Flossenschlag zurück legt. Wir hatten Mühe mitzukommen und langsam spürten wir auch die Kälte. Wir gönnten un seine kurze Pause im Boot – jetzt erst merkten wir, wie kalt es wirklich war – vor allem Fabian spürte es, so ganz ohne Neoprenanzug. Wir fuhren ein Stück mit dem Boot und da waren sie wieder – unsere Wale. Nichts wie rein ins Wasser. Dieses Mal war der kleine Wal richtig in Spiellaune – schwamm direkt auf uns zu und schaute uns ganz keck direkt in die Augen, um kurz vor uns nach rechts weg zu tauchen und Pirouettenartig aus dem Wasser zu springen. Wir hatten wirklich den Eindruck als würde er mit uns spielen. Wow!!!

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Nach insgesamt fast zwei Stunden war es dann aber Zeit Abschied zu nehmen und die Wale weiter ziehen zu lassen. Was für ein unglaubliches Erlebnis!!!

Das unglaubliche Video:

Aber: Schadet man den Tieren nicht?

Unsere Umweltaktivistin Janet war natürlich auch hier gleich wieder besorgt – schadet man den Tieren denn nicht, wenn man ihnen zu Nahe kommt? Nach ausführlicher Recherche ist und bleibt es ein Zwiespalt. Sicherlich, das Beste wäre, der Mensch würde sich ganz von den Meeren fernhalten und die Wale und all die anderen Tiere könnten in Frieden leben. Dem ist aber leider nicht so. Jährlich werden tausende Wale gejagd und auch der Buckelwal ist vom Aussterben bedroht. in Tonga ist das jagen der Meeressäuger 1979 offiziell durch den König verboten wurden. Geld verdienen müssen die Menschen aber trotzdem – und so kam man schließlich irgendwann auf die Idee den Touristen eine seltene Möglichkeit zu bieten: Schwimmen mit den Meeressäugern. Das hilft gleichzeitig Menschen über diese einzigartigen Wesen weiterzubilden. Die Anzahl der Firmen und somit der Boote die diese Art von Erlebnistourismus anbieten dürfen ist zum Schutz der Wale aber streng festgelegt. Natürlich gibt es mittlerweie einige ausländische Firmen die Schwimmen mit Walen anbieten. Sie haben das Geld für die teuren Lizensen und oft auch die bessere Ausstattung (Neoprenanzüge). Wir haben uns trotzdem entschieden die Tour mit den Locals (Tainas Resort) zu machen – erstens um diese zu unterstützen und zweitens weil diese schlließlich mit den Tieren aufgewachsen sind und sich sehr gut auskennen. Uns war es dennoch wichtig gewisse Rahmenbedingen wie die Fahrt in Kleingruppen, eine begrenzte Beobachtungszeit oder das Berühr- und hinter-her-tauch-Verbot einzuhalten.

7 Gedanken zu „Reisebericht Tonga: Im Rausch des Meeres – Schwimmen mit Walen

  1. Tanja

    Oh man, das muss ja wirklich eine einmalige Erfahrung gewesen sein.
    Das liest sich sehr spannend und die Bilder dazu, einfach großartig.
    Ich finde es sehr gut, dass sie solche Touren nicht mit großen Gruppen machen, sonst hätte ich da auch meine Bedenken. So klingt das aber wirklich noch ganz vernünftig.
    Es macht wirklich Spaß euch zu begleiten.
    Viele Grüße
    Tanja (takly on tour)

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    1. ducky Beitragsautor

      Hallo Tanja, lieben Dank! Es war wirklich eines „der“ Erlebnisse unserer Weltreise und unseres Lebens – für immer unvergesslich!

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  2. Carsten

    Hallo,
    mit großem Interesse haben wir euren Tonga Bericht gelesen. Wir befinden uns auch grade auf Reisen und überlegen ggf. Mitte August hauptsächlich der Wale wegen hinzufügen.
    Wie kann ich euch eine persönliche Nachricht schreiben?
    Unsere Fragen wären z.B. habt ihr die Waltour im voraus gebucht? Oder geht dies auch vor Ort? Was kosten die Unterkünfte Bzw. Das Reisen/der Transport von Insel zu Insel?
    Schöne Grüße aus Indonesien
    Carsten

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    1. ducky Beitragsautor

      Hallo Carsten,

      Tonga und die Wale sind uneingeschränkt zu empfehlen!! 🙂

      Wir haben alles (Unterkünfte, Fähre, Waltour, Bootstour,…) ohne Probleme vor Ort gebucht. Für die Waltouren solltet ihr ein paar Tage Zeit mitbringen und es gehört dann auch immer etwas Glück dazu. Preise für die Zimmer waren je nach Ort/Insel zwischen 20 und 50 Euro pro Zimmer (basic accommodation). Für den Transport haben wir eine Kombination von Flügen und Fähren genommen. Preise der Fähre findest du hier: http://fisa.to/index.php/rates/passengers-fares/economy-class und ein Flug von Ha’apai nach Tongatapu war bspw. 90€ pro Person.
      Schreib mir und meinen Gefährten gern persönlich an ducky.worldtrip@gmail.com. Wir freuen uns auf deine Nachricht.

      Viele Grüße, viel Spaß und erlebnisreiches Reisen in Indonesien,
      Ducky

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    2. ducky Beitragsautor

      Hallo Carsten,

      hoffen unsere Informationen per Mail haben euch etwas geholfen. Wie ist denn eure Reise verlaufen?

      Liebe Grüße
      Ducky

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  3. Carsten

    Hey, ja sie haben uns geholfen! Wir haben jedoch in Australien eine whale watching Tour gemacht, leider konnten wir nicht zu ihnen ins Wasser, da die Wale so unruhig bzw. Verspielt waren und das Meer auch nicht ruhig genug. Trotzdem war es super!
    Waren kurz davor Tonga zu buchen, es waren jedoch sämtliche touranbieter preislich nicht gerade billig. Hinzu kam der nicht gerade günstige Flug… trotzdem wollten wir, haben auch mit eurer damaligen Unterkunft per Mail geschrieben, hörte sich auch super an, haben dann aber bei TripAdvisor gelesen, dass ihr Mann in letzter Zeit wohl „leicht durchdreht“ und Gäste grundlos anschreit und Hunde und Schildkröten schlachtet…
    Was da nun dran ist…? Naja, im enddefekt haben wir dann den sowieso geplanten Vanuatu Trip gestartet und tonga leider (noch) nicht gemacht! Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben…? irgendwann… hoffentlich!
    Dafür gibt es nun Kois in Kyoto zu sehen ?

    Schöne Grüße
    Carsten

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    1. ducky Beitragsautor

      Bin ja gerade etwas geschockt über diese TripAdvisor Berichte. Da ich immer noch mit Finau in Kontakt stehe, kann ich mir das eigentlich
      nicht vorstellen, aber wissen kann man natürlich nie was an solchen Geschichten dran ist und ich verstehe auch, dass das abschreckt.Eure Reise klingt aber auch so sehr schön und vllt. schafft ihr es ja irgendwann doch noch nach Tonga :-). Wünsche Euch weiterhin viele tolle und spannende Erlebnisse!

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