Reisebericht Ghana: Ich packe meinen Rucksack und nehme aus Ghana mit…

  1. Die Erinnerung an ein angenehmes, sicheres Reiseland und an die Wärme der freundlichen, offenen Menschen. Die „yavoo“ (Weißer)-Rufe gingen uns überhaupt nicht auf die Nerven – im Gegenteil: wir konnten mit Lächeln und Winken und sich gelegentlich anschließenden Gesprächen einen Kontakt zu den Locals herstellen.
  2. Die Erfahrung einer kleinen Schule durch Spenden und eigenen tatkräftigen Einsatz ein klein wenig helfen zu können und den Plan dieses und ähnliche Projekte weiterhin zu unterstützen.
  3. Die Erfahrung nicht nur als Reisender oder Tourist ein Land kennenzulernen, sondern als Teil einer lokalen Gemeinschaft. Durch die freiwillige Arbeit in Have wurden wir ein Teil des Dorfes und haben auch vergleichsweise gelebt. Man sieht zwar nicht so viele Orte aber erfährt Kultur, Menschen und das Land ganz anders und viel intensiver. Auch ist es spannend wie schnell sich der Mensch an neue Umgebungen und herausfordernde Umstände gewohnt (für uns z.B. die Hitze oder den völligen Verzicht auf Luxus – was bei Leitungswasser ja schon anfängt).
  4. Den Eindruck eines Zwiespalts zwischen der schönen Natur, mit atemberaubenden grünen Landschaften, Seen und Küstenabschnitten und der auffallenden Umweltverschmutzung eines Entwicklungslandes in Bezug auf Müllentsorgung oder Verkehr (Vergleich des ökologischen Fußabdrucks wird nachgereicht)
  5. Leider kein frisches Obst – denn dann wäre es ja nicht mehr frisch. Aber dafür habe ich es in den letzten Wochen intensiv genossen frische Ananas, Mango, Papaya, Bananen oder Melonen zu vertilgen.
  6. Das Wissen um die Bedeutung von Wasser – sowohl im täglichen Gebrauch wo man auch sehr sparsam zurecht kommt bei Duschen, Waschen, Spülen etc. als auch als Lebenselixier. Die Hitze hat uns allen sehr zu schaffen gemacht und Fabian konnte sich nicht so richtig daran gewöhnen. Was man auf jeden Fall nicht vergessen sollte, egal wohin es geht, ist immer Wasser dabei zu haben – wir haben es mehrfach auf die schmerzhafte Tour gelernt.
  7. Die Erkenntnis: Public Transport funktioniert auch, obwohl das System chaotisch erscheint oder es vielleicht kein „System“ gibt. Wie in vielen Entwicklungsländern funktioniert das Reisen vor allem mit alten Minivans die eine bestimmte Route fahren und soviel Menschen und Gepäck mitnehmen wie möglich zzgl. fünf Weitere. Aber es funktioniert überraschend gut, kann eine spannende Erfahrung sein (was Route und Mitreisende angeht) – man sollte jedoch etwas belastbar sein und Geduld mitbringen.
    Randnotiz: ich weiß jetzt wo die alten ausgemusterten deutschen Transporter landen – auf ghanaischen Straßen. TÜV ist hier ja nicht so das große Thema und so können locker noch eine 100.000 km gefahren werden. Wir waren u.a. mit dem Hotel Bauer Shuttle oder Dachdeckermeister Reinhardt unterwegs.
  8. Den Vorsatz noch positiver gegenüber dem Leben eingestellt zu sein und einfach Vertrauen in die Menschen und das Gute zu haben. Oft klären sich Probleme oder alltägliche Sorgen von ganz allein und ob es laute Musik und Tanz sind die gute Laune verbreiten, oder der Glaube an Gott / eine andere Kraft oder einfach eine positive Grundeinstellung ist – die Menschen hier sind in der Hinsicht einen Schritt weiter als ich. Das Leben ist viel angenehmer wenn man es mit Lebensfreude und Vertrauen angeht.

 

Fazit: Rucksack voll mit neuen Eindrücken, Vorsätzen und Erfahrungen. TIA – „This is Africa“ trifft auf jeden Fall auch voll auf Ghana zu und das in allen Facetten. Manchmal muss man gewisse Dinge, deren Logik sich Einem absolut nicht erschließen, einfach ertragen und manchmal ist man verzaubert und genießt den magischen afrikanischen Moment in vollen Zügen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.