Reisebericht Galapagos Inseln – Eine sagenhafte Tierwelt

Die Galapagos Inseln

Ungefähr 1000 km vom ecuadorianischen Festland entfernt liegt dieses weltbekannte aus feuerspeienden Vulkanen erwachsene Naturparadies. Dank den strengen Auflagen des Nationalparks sind aber nur 20 von den 121 Inseln für geführte Touristenbesuche freigegeben. Jährlich kommen trotzdem über 180.000 Besucher auf die Inseln um sich wie einst vor vielen Jahren Charles Darwin als Entdecker zu fühlen. Diese Zahl klingt zunächst überschaubar, bedeutet aber, das bereits heute täglich min. 30 verschiedene Reisegruppen (Gruppenanzahl bis zu 16 Personen) auf den verschiedenen Inseln unterwegs sind. In den nächsten 10 Jahren wird sich die Anzahl der Touristen wahrscheinlich auf die 400.000 steigern. Ob in der Luft, unter Wasser, erstreckt über weite Lavalandschaften oder in einem der zahlreichen kleinen Wäldchen – die Natur bietet hier ein einzigartiges Schauspiel, das trotz der teuren Preise Reisende aus der ganzen Welt anzieht. Die Anzahl der Schiffe wurde zum Glück schon vor Jahren begrenzt – Wachstum auf dem Wasser ist daher nicht mehr möglich. Alle Galápagos-Schiffe tanken schwefelarmen Schiffsdiesel um die Natur zu schonen. Dafür ist der Wachstum an Touristenunterkünften auf dem Festland aber umso größer und wird leider nicht wirklich kontrolliert. Auf den vier bewohnten Inseln gibt es schon ab 15 $ Übernachtungsmöglichkeiten und damit auch viele Backpacker, die sich diesen Traum verwirklichen. Es ist strengstens untersagt Tiere anzufassen oder den vom Guide vorgegebenen Weg zu verlassen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit sensationsgeilen Touristen die unbedingt ein Foto haben möchten auf dem sie eine schwimmende Schildkröte umarmen oder ein Seelöwenbaby streicheln…traurig…denn nicht selten führt der Hautkontakt mit Menschen zum Tod des Tieres.

Wir haben uns also auf die Reise gemacht, das Paradies auf Erden zu entdecken und damit einen der zeitgleich wundervollsten und verwundbarsten Flecken dieser Erde kennengelernt….

Galapagos wir kommen!

Es fühlt sich einfach unbeschreiblich toll an, wenn Träume war werden. Und unser Traum die Galapagos Inseln auf unserer Weltreise zu besuchen ist tatsächlich in Erfüllung gegangen. Zwar nicht ganz billig, aber es passt ins Weltreisebudget. Gebucht haben wir unsere Tour vor Ort in Quito bei Carpedm Reisen – Paul der Geschäftsführer hat sich ausgiebig Zeit für eine Beratung genommen und uns zusammen mit seiner Mitarbeiterin Gaby die verschiedenen Routen und Schiffe erklärt. So sind wir auf der Nemo III einen 1. Klasse Schiff / Katamaran gelandet 🙂 Acht Tage dauerte unsere Reise zwischen den verschiedenen Inseln und es war fast zu schön um es in Worte zu fassen…

Die 8 Tage sind fest durchgeplant und verlaufen nach einer vom Nationalpark vorgegeben Route. Per Satellit werden die Schiffe überwacht, ob sie Route und Zeitplan einhalten.

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Der Tagesablauf ist immer ungefähr gleich:

  •  6:30 Uhr: Aufstehen
  •  7:00 Uhr: Frühstück
  •  8:00 Uhr: Wanderung
  • 10:30 Uhr: Schnorcheln
  • 12:00 Uhr: Mittagessen
  • 14:00 Uhr: Wanderung (gelegentlich auch mit anschließendem Schnorcheln)
  • 19:00 Uhr: Abendessen

Tag 1: Ankunft und Playa las Bachas (Isla Santa Cruz)

Mitten in der Nacht werden wir abgeholt und zum Flughafen gefahren. Im Taxi lernen wir schon andere Mitreisende kennen – ein Schweizer Pärchen, das wie wir die Nemo III gebucht hat.  Juhu, wir sind also nicht die einzig „jungen“ an Bord. Wenn man so eine Tour bucht, macht man sich schon etwas Gedanken über seine Mitreisenden – schließlich reist man in einer Gruppe von 16 Personen. Am Flughafen wird unser Gepäck untersucht – man will verhindern, das fremde Pflanzen und Tierarten auf den Galapagos Inseln Einzug erhalten. Allerdings geschieht die Überprüfung eher halbherzig. Wir fliegen mit einem Zwischenstop über Guyaquil auf die Galapagos Inseln. Wir fliegen nicht , wie ich es mir vorgestellt habe in einer kleinen Propellermaschine die unsrere Reisegruppe mitnimmt, sondern mit einem Airbus A320 und vor der Landung rennen die Stewardessen hektisch durch die Gänge um Desinfektionsmittel in die Handgepäcksfächer zu sprühen. Schließlich will man fremdes Getier von den Inseln fern halten.  Der Flughafen auf der Insel Baltra gleicht einem alten Holzverschlag – aber hat irgendwie den „abgelegene Insel“ Charme. Die Ankunft hier lässt allerdings nicht Ansatzweise erahnen in welchem Paradies wir uns befinden – karge Landschaft, kaum Natur zu sehen. Unser Guide „Oswaldo“ begrüßt uns herzlich – macht einen sehr guten Eindruck, aber wir müssen noch fast zwei Stunden warten, bis unsere Reisegruppe vollständig ist und wir mit dem Bus zum Canal de Itabaca fahren können, um endlich unseren Katamaran kennenzulernen. Rettungsweste an, dann kann es auch schon losgehen.

IMG_0690 IMG_0688 Mit einem Zubringerboot werden wir auf die Nemo III gebracht und sind auf Anhieb begeistert. Juuuuucheeeeiii! Sah es aus der Ferne noch recht klein aus – erweist es sich aus der Nähe als Traumschiff. Die gesamte Crew – bestehend aus Kapitän, Maschineningeneur, 2. Steuermann, Koch, Kellner begrüßt uns freudestrahlend in Ecuadortrikots gekleidet, wir bekommen ein Begrüßungsgetränk und dann schauen wir erstmal alle gemeinsam das Ecuador -Schweiz- WMspiel. Leider verliert Ecuador – und unsere Schweizer Freunde haben schon Angst, dass sie gleich über Bord geworfen werden – aber die Crew nimmt es mit Humor. Danach werden die Kajüten aufgeteilt und voller Spannung betreten wir die Nr. 4. Wooowww! Es ist mindestens doppelt so groß wie wir uns unser Schiffzimmerchen vorgestellt haben und sind begeistert. Fabian strahlt und ist sofort in unsere Kajüte verliebt.

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Danach gibt es Mittagessen und zwar als Buffett – noch ein wow! Das Essen ist super lecker. Um 14 Uhr steht dann der erste Ausflug auf dem Plan. Endlich Tiere sehen! Wir bekommen unsere Schnorchelausrüstung und mit dem Dinghy (dem Beiboot) werden wir von Steuermann Daniel zum „Playa las Bachas“ auf der Insel Santa Cruz gebracht. Oswaldo erklärt uns, dass es strengstens verboten ist, Tiere anzufassen und wir immer in seiner Nähe bleiben müssen, da die einzelnen Stationen – bei denen er uns etwas über die Tierwelt und die Natur erklärt, immer nur für einen bestimmten Zeitraum für eine Gruppe reserviert sind. Tatsächlich sehen wir vor uns eine Gruppe und hinter uns hält schon das nächste Boot am Strand – also auch ganz schön touristisch hier. Die Tierwelt verzaubert einen aber auf Anhieb. Pelikane die direkt über unseren Köpfen fliegen und rote Klippenkrabben, die einen wunderschönen farblichen Kontrast zur steinernen Landschaft bilden. An einem See in dem sonst wohl gerne viele Flamingos vorzufinden sind, sehen wir nur ein einsames Exemplar – der macht dafür aber eine gute Show :-).

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Danach üben wir Schnorcheln. Klappt auf Anhieb ganz gut und wir können sogar die ersten Meeresbewohner entdecken – allerdings nur bunte Fische, auf Schildkröten und Haie müssen wir noch etwas warten. Zwischen den Ausflügen gibt es zum Energie tanken immer frischgepresste Säfte und Snacks – so viel Luxus hatten wir überhaupt nicht erwartet. Beim Abendessen sind wir wieder von den Kochkünsten begeistert – als Dessert gibt es sogar Birne in Rotweinsoße und das hier ist übrigens die „Galapagos Mickey Mouse“ 🙂

Galapagos Mickey Mouse

Da heute Nacht eine längere Schifffahrt vor uns liegt und man die Wellen doch etwas spürt, nimmt Janet zur Vorsorge Tabletten gegen die Seekrankheit, Fabian versucht es ohne.

Tag 2: El Barranco (Isla Genovesa)

Sind erstmal eine Stunde zu früh aufgestanden – Zeitverschiebung – und sind daher etwas müde. Haben die Nacht aber ohne Seekrankheit überstanden, das Schaukeln hat sogar richtig Spaß gemacht und nach dem Frühstück steht die erste richtige Schnorcheltour auf dem Plan.  Während Fabian voller Vorfreude ist, hat Janet etwas Panik ob sie das auch gut genug kann, so im großen weiten Meer…Einmal ist Janet auch viel zu weit von der Gruppe weg und schon etwas panisch,  nach fast einer Stunde schnorcheln ist sie auch schon etwas abgekämpft, aber Fabian holt sie zur Gruppe zurück und es war ein tolles Erlebnis: bunte Fische, Rochenschwärme, Seeigel… Und Panik muss man auch überhaupt nicht haben. Daniel fährt nämlich immer mit dem Dinghy der Schnorchelgruppe hinterher und sobald man aus dem Wasser möchte – einfach den Arm senkrecht nach oben strecken. Janet war nur mal wieder zu stur und wollte nichts verpassen – lief zum Glück ja alles gut.

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Fischschwarm

Nach dem leckeren Mittagessen – sogar mit Spargel und Kuchen stand der nächste Schnorchelgang auf dem Plan und zwar von einem Strand aus! Direkt am Strand liegen Seelöwen – sogar eine Mama mit ihrem Baby – wooowww!

DSC02528DSC02524DSC02529Beim Schnorcheln haben wir dieses mal sogar einen Hai gesehen! Nicht aggressiv dieser Weißspitzen-Riffhai, aber schon ein komisches Gefühl wenn er in einem Meter Entfernung unter einem durchschwimmt und dann im trüben Wasser verschwindet.

Nachmittags ging es dann voller Vorfreude auf die Insel „Genovesa“ – bei der Ankunft werden wir von Seelöwen begrüßt und auf der Insel verschlägt es uns fast die Sprache: was für ein Vogelparadies! Direkt am Wegesrand nisten Rotfußtölpel, Blaufußtölpel und jede Menge anderer Vogelarten. Eigentlich sind wir ja überhaupt keine Vogelfans, aber hier wird man es einfach. Diese wunderschönen Tierchen sind kein bisschen Menschenscheu und bauen ihre Nester wirklich keine fünf cm von uns entfernt und so konnten wir sogar kleine Babyvögel bewundern, die erst vor einigen Tagen aus ihrem Ei geschlüpft sind.

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Dann sehen wir ihn: Den ersten Iguana! Janet ist ganz aus dem Häuschen und möchte gar nicht mehr weg von dem kleinen Drachen. Aber Oswaldo verspricht ihr: „you will see mountains full of iguanas“. OK!

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Tag 3: Bahia Sullivan (Isla Bartolomé)

Janet wacht mit schlimmen Schmerzen an der Niere / Lendenwirbelsäule auf. So genau wissen wir das leider nicht. Die Schmerzen kommen und gehen schon seit einigen Tagen, aber für einen Arztbesuch war vor den Galapagos keine Zeit mehr. Daher nimmt sie starke Schmerztabletten und ein Breitband-Antibiotikum, das sie vom Arzt in Deutschland für die Reise verschrieben bekommen hat. Heute führt uns Oswaldo zur „Bahia Sullivan“ auf der Insel Bartolomé. Wir machen einen Spaziergang über Lavagestein und Oswaldo erklärt uns, dass die Bezeichnung der Insel vom spanischen Wort „Wulstsattel“ also „Galapago“ stammt und die Schildkröten so bezeichnet wurden, da ihr Panzer wie ein Sattel aussieht. Offiziell heißt die Insel „Archipiélago de Colón“, also Kolumbusarchipel.

DSC03124 DSC03116 DSC02663  DSC02670Außerdem erzählt uns Oswaldo, wie die ersten Siedler nach Galapagos kamen – sein Großvater war einer davon. Beim heutigen Schnorcheln sehen wir wieder einen Hai –  die Fischchen sind schon beeindruckend und ein Seelöwe schwimmt unmittelbar an Fabian vorbei. Fabian versucht unter Wasser Blubber-Bläschen zu machen – Oswaldo hat uns erklärt, dass die Seelöwen dieses Spiel lieben und dann oft bleiben um auch Bläschen zu machen, dieser Seelöwe hatte allerdings kein Interesse und ist einfach vorbei geschwommen.  Janet ist mittlerweile auch viel sicherer beim Schnorcheln – Übung macht den Meister :-).

DCIM101GOPRO DCIM101GOPROBeim Spaziergang über den Drachenberg plaudert Oswaldo ein bisschen aus dem Nähkästchen: Als Guide arbeitet er immer 21 Tage am Stück, danach hat er 2 Wochen frei. Als Ausgleich und um etwas Zeit für sich zu haben macht er täglich vor der Frühstück Sport auf dem Deck des Schiffes – das haben wir auch schon beobachtet. Wie der Name „Cerro Dragon“ (Drachenhügel) schon vermuten lässt, gibt es hier auch zahlreiche Echsen zu sehen „staun“ – wirken wirklich wie uralte Dinosaurier aus einer längst vergangenen Zeit und wir können sogar zwei Drachen bei einem Revierkampf beobachten. Essen ist übrigens Geschmacksache…;-)

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Tag 4: Charles Darwin Center und Mirador de los Tuneles  (Isla Santa Cruz)

Die Hälfte unsere Gruppe ist heute früh abgereist – sie hatten nur für vier Tage gebucht, dafür kommen heute Mittag Neue dazu. Irgendwie ein komisches Gefühl. Morgens besuchen wir das Darwin Center in Santa Cruz, eine Forschungsstation zum Schutz der Galapagosschildkröten. Charles Darwin kam um das Jahr 1835 auf die Galapagos Inseln und untersuchte über einen Monat die Tier- und Pflanzenwelt. Die Grundlagen seiner Evolutionstheorie. In dem Center werden drei verschiedene Schildkrötenarten gezüchtet. Jede Schildkröte bekommt eine Identifikationsnummer auf den Panzer – für jede Rasse wird eine andere Farbe verwendet.  Die Schildkröten werden hier bis zu einem Alter von ca. 5 Jahren aufgezogen um dann in die freie Natur ausgesetzt zu werden. Davor sind sie eine zu leichte Beute für Raubtiere. Unser Guide erzählt uns, dass vor dem Eintreffen der Menschen auf den Inseln rund 200.000 Riesenschildkröten lebten. In weniger als 3 Jahrzehnten wurde diese Zahl auf 15.000 reduziert. Da die Schildkröten monatelang ohne Nahrung und Wasser überleben, waren sie vor allem bei Seefahrern sehr beliebt. Auf den Rücken gedreht wurden die Schildkröten monatelang  auf den Schiffen gestapelt und gelagert und lieferten somit jederzeit frisches Fleisch!

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Danach haben wir eine Stunde Zeit uns in der Stadt umzusehen. Ein Souvenirshop am Nächsten, Bars, Restaurants – ansonsten gibt es hier nicht viel. Ein kleiner Fischmarkt – an dem auch der ein oder andere Seelöwe versucht einen Happen zu ergattern. Wir kaufen Postkarten und melden uns kurz via „Free Wifi“ bei den Lieben zuhause.

Beim Mittagessen lernen wir die neuen Mitglieder unserer Gruppe kennen – alle super nett und am Nachmittag geht es dann mit einem Bus ins Hochland von Santa Cruz um die Riesenschildkröten in freier Wildbahn zu bewundern. Schon bei der Fahrt kreuzten einige der überdimensionalen Naturrasenmähern unseren Weg – sie saßen nämlich mitten auf der Straße. Sobald der Bus jedoch näher kam, haben sie sich stets in zeitlupenartigem Tempo in Bewegung gesetzt um den Weg freizugeben. Bei einer Ranch tauschen wir unsere Schuhe gegen Gummistiefel und auf dem Spaziergang durch Feld und Wiesen begegnen uns viele Schildis. Einige sehen im Gesicht wie eine richtige Uroma aus und teilweise sind die schönen Tierchen wohl auch schon über 80 Jahre alt.

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Abends beobachten wir – am Deck unseres Schiffs liegend – den wunderschönen Sternenhimmel. Einfach gigantisch hier über dem Meer!

Tag 5: Punta Morena und Bahia Urbina (Isla Isabela)

Heute geht es zum „Punta Morena“ auf der Insel „Isabela“. Auf der Landkarte sieht diese wie ein Seepferdchen aus. Wir wandern über Lavagestein und es ist irre heiß. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Umgeben von Felsen aus Lava ist ein Teich entstanden in dem mehrere knallpinke Flamingos einen wunderschönen farbigen Akzent bilden.

DSC02946 DSC02929 DSC02932 DSC02957 DSC02952 DSC02943 DSC02945 DSC02931 DSC02948Sonst sehen wir nicht so viele Tiere, lernen aber viel über die Lavalandschaft der Insel. Die Vulkanlandschaften sind wirklich beeindruckend. Über weite Strecken sieht man nichts als Lavagestein in verschiedensten Formen. Falten, Grotten, Rippen und sogar hin und wieder eine durch Lava entstandene Höhle. Mit dem Boot fährt uns Daniel zu einem seiner Lieblingsplätze: Echsen liegen aufeinander gestapelt in der Sonne, zwei kleine Pinguine – auf Galapagos lebt die 2. kleinste Pinguinart der Welt – stehen direkt daneben, ein Seelöwe gähnt im Hintergrund und ein Kormoran landet genau in dieser Kulisse und als ob es einfach perfekt sein müsste schwimmt in diesem Moment eine Riesenschildkröte im Wasser vorbei – mehr Galapagos geht wohl kaum!

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Bei unserem Tauchgang am Nachmittag begleitet uns der Capitano mal wieder. Mit ihm zu schnorcheln ist wirklich eine Entdeckungsreise – denn er weiß genau wo die Tierchen ihre Verstecke haben und so dürfen wir eine einmalige Erfahrung machen: das Schwimmen mit einer Riesenschildkröte: Wowwww!

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Bei unserer Entdeckungstour am Nachmittag erzählt Oswaldo uns vom Naturphänomen „El Niño“ – so nennt man das Auftreten ungewöhnlicher, veränderter Strömungen. Diese haben schon im Jahr 1997 unglaublichen Schaden auf den Galapagos Inseln und weltweit angerichtet und Massen von Meeresechsen und Pinguinen sind gestorben. Nur noch 1/3 des damaligen Pinguinbestandes ist übrig geblieben. Oswaldo erzählt uns, das die Forscher diesmal sogar ein noch viel schlimmeres Ausmaß erwartet und wir spüren, wie bedrückt er ist. Die Menschen sind machtlos gegen diesen Feind und auch wir werden sehr traurig, bei dem Gedanken, dass wir vielleicht zu den letzten gehören, die dieses Paradies noch so erleben durften, den schon dieses Jahr um die Weihnachtszeit wird die Warmwasserströmung auf den Galapagos Inseln erwartet. Hiervon leitet sich auch der Name El Niño ab. Diesen haben peruanische Fischer vergeben – übersetzt bedeutet es „Christuskind“, da El Niño immer zur Weihnachtszeit vorkommt. Hier findet ihr mehr zu dem Naturphänomen „El Niño“: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-7567-2007-12-20.html

Danach erzählt uns Oswaldo vom „Judas Projekt“. Ein Projekt, das zum Schutz der Arten ins Leben gerufen wurde. Im 18. Jahrhundert setzten Seefahrer Ziegen auf den Inseln aus um sich durch deren Fleisch und Milch das Überleben zu sichern. Da die Tiere auf den Inseln aber keine Feinde hatten, wuchs ihre Population unnatürlich schnell und die Natur der Inseln wurde durch die alles fressende Ziege stark bedroht. Weil sie die Landschaft kahl fraßen, bedrohten sie damit nicht nur seltene Pflanzenarten, sondern auch die gesamte Tierwelt. Um die anderen Tierarten zu schützen, entschieden Biologen die Ziege auf den Inseln komplett zu eliminieren. Jäger wurden beauftragt und erschossen tausende Tiere zu Land und aus der Luft. Sogenannte „Judas-Ziegen“ halfen, die wilden Herden zu finden: Kastriert, farblich markiert und mit Peilsendern ausgestattet, verrieten sie ihren Aufenthaltsort an die Jäger. Das Projekt war erfolgreich: Seit 2006 gibt es auf den Galapagos Inseln keine Ziegen mehr und die Natur hat sich teilweise schon sichtlich erholt. Puhhh – die Geschichte fanden wir trotzdem hart – schließlich konnten die Ziegen nichts dafür, dass sie vom Menschen hier angesiedelt wurden. Mal wieder ein grausames Beispiel dafür, was für ein grausames Tier der Mensch doch ist…

Tag 6: Espinosa Point (Isla Fernandina) und Tagus Cove (Isla Isabela)

Die Isla Fernandina hat eine ganz besondere Überraschung für uns: Eine Seelöwenmama mit ihrem Baby – es ist noch keine 2 Wochen alt, wie Oswaldo anhand der Plazenta, die in unmittelbarer Nähe liegt feststellen kann. Janet ist verliebt! Und wie! Es ist aber auch ein unglaubliches Erlebnis, so etwas in der freien Natur zu sehen und an den intimen Momenten zwischen Seelöwen Mama und ihrem Baby teilhaben zu dürfen.  DSC03076

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IMG_1161 Trotzdem müssen wir irgendwann Abschied nehmen – die nächste Gruppe wartet und wir wollen schließlich auch noch den Rest der Insel sehen. Es ist die schönste Insel überhaupt! Immer mal wieder sehen wir Seelöwen, aber vor allem sehen wir hier auch die Berge voller Iguanas, die Oswaldo versprochen hatte. Wow – wild übereinander gestapelt liegen die kleinen Drachen perfekt angepasst an das dunkle Lavagestein da und genießen ein Sonnenbad. Überall wimmelt es von Echsen – man muss wirklich aufpassen, nicht versehentlich über eine zu stolpern.

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Beim Schnorcheln gibt es auch heute wieder Schildkröten zu sehen und Fabian taucht mit seiner GoPro ausgestattet eine ganze Weile mit. Welch ein ruhiges und friedliches Erlebnis…

Die Wanderung zum Darwinsee am nachmittag ist super anstrengend. Purer Sonnenschein, 38 Grad und es geht auch noch bergauf. Aber der Ausblick ist gigantisch – außer Vögel gibt es hier sonst aber nicht viel zu sehen. Mit Daniel fahren wir aber noch um die Klippen und können jede Menge Schildkröten, Pinguine und Kormorane beobachten. Zum Abschluss fahren wir mit dem Beiboot in eine Höhle und können einen tollen Schnappschuss der vorbeifahrenden Nemo III machen 🙂

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Abends genießen wir dann vom besten Sitzplatz auf dem Boot den Sonnenuntergang und um die Szene Hollywood würdig zu machen springen sogar Delfine direkt unter uns aus dem Wasser – wooohooooo!

Tag 7: Bahia James und Playa Espumilba (Isla Santiago)

Heute sind wir auf der Westseite der Isla Santiago. Gleich zur Begrüßung sehen wir einige schlafende Seelöwen auf den Steinen schlummern und leider wird unser Spaziergang auch von einigen Wespen begleitet. Auch hier leben viele Meeresechen und wir können sie sogar zahlreich beim schwimmen beobachten. Da sie sich ausschließlich von Algen ernähren, können sie bis zu 20 Minuten unter Wasser tauchen. Vor vielen Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, das diese Tierchen die Luft sogar noch viel länger anhalten können, Sie haben eine Meeresechse an einen schweren Stein gebunden, ins Wasser geworfen und erst nach 1 h wieder rausgeholt – lebendig. Da es allerdings Kaltblüter sind, die die Sonne dringend benötigen um Energie zu erzeugen, ist es für die Tiere  gefährlich, längere Zeit unter Wasser zu bleiben. Heute sind diese Forschungsmethoden zum Glück verboten. Das Highlight sind aber auch hier die Seelöwen. Sie schwimmen, planschen und springen in einer Art Grotte die direkt vor dem Meer im Lavagestein entstanden ist. Einer dieser süßen Kerlchen schwimmt auf dem Rücken, hält seine Schwanzflossen fest und macht Schnurrgeräusche wie eine Katze – und Janet? Die ist mal wieder verliebt.

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In dieses süße Kerlchen hat sich Janet verliebt

In dieses süße Kerlchen hat sich Janet verliebt

Dieses Mal gehen wir direkt vom Strand aus tauchen – Oswaldo kommt mit uns. Es ist ein ganz schön harter Tauchgang und Oswaldo hat die Strömung etwas unterschätzt und pfeift zum Rückzug um wieder mehr in Strandnähe zu schnorcheln. Fabian muss Janet aus der Strömung ziehen, die kommt nämlich nicht alleine dagegen an und hat sich auch schon etwas fies ihren Fuß und den Kopf an den Steinen angeschlagen. Nach dem Mittagessen steht ein weiterer Schorchelgang auf dem Plan und es ist unglaublich faszinierend: Gleich 5 Haie schwimmen keinen Meter entfernt unter uns –  und auch mit einer Schildkröte können wir zum Abschluss noch mal schwimmen – woooow.

Bei einem Abschiedscocktail am Abend nimmt die Crew von uns Abschied und Oswaldo fragt jeden einzelnen was sein persönliches Highlight war. Das ist wirklich nicht einfach zu beantworten, denn die Galapagos Inseln sind ein ganz besonderes Fleckchen Erde unglaublich faszinierend und verzaubernd.  Es gibt eine Fülle an Highlights aber das ganz besondere ist eben, dass die Tiere einen ohne Scheu so sehr in ihre Nähe lassen – unglaublich.

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Wir genießen den letzten Abend an Deck:

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Und die Crew hat für uns zum Abschied auch noch mal ein besonders leckeres Essen gezaubert:

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Tag 8: Time to say Goodbye

Heute sind wir mit den Anderen um 6 Uhr morgens an Deck verabredet. Langsam geht die Sonne über dem Meer auf und verbreitet ihre Wärme. Wir fahren an einer kleinen Felsinsel vorbei, die für Menschen nicht zugänglich ist. Allerdings haben sich hier vor einigen Jahren Forscher niedergelassen um die Evolution des Darwinfinken zu untersuchen und festgestellt, dass sich diese Vogelart von Jahr zu Jahr den Naturbegebenheiten anpasst. So verändert sich zum Beispiel die länge ihrer Schnäbel – je nach dem ob es ein trockenes oder regenreiches Jahr wird kommt der Nachwuchs mit einem langen oder kurzen Schnabel zur Welt.

Nachdem Frühstück heißt es aber endgültig Abschied nehmen. Raul unser Kellner drückt uns herzig und auch die restlichen Crew Mitglieder stehen als Abschiedskomitee bereit. Ein letztes mal die Rettungsweste angelegt werden wir auf das Festland der Insel Baltra übergesetzt und mit dem Bus zum Flughafen gebracht. Oswaldo und Daniele begleiten uns noch zum Flughafen – ein letztes Abschiedsfoto und dann geht unsere Reise zurück nach Quito. DSC02693

Fazit:

Wenn es ein Tierparadies auf Erden gibt, dann hier! Die Tierwelt ist einzigartig und die Natur verzaubert einen trotz der vielen kargen Lavalandschaften oder eben genau deswegen. All diese wunderbaren und seltenen Tiere so hautnah erleben zu dürfen ist einfach faszinierend und mehr als einmal musste Janet sich eine Träne verkneifen – wie beim Anblick des kleinen Seelöwenbabys mit seiner Mama – einfach rührend. Es wird für uns für immer ein unvergessliches Erlebnis bleiben! Viel zu schnell vergingen unsere Tage hier – aber wir sind nicht traurig darüber, sondern unendlich glücklich, das wir dieses Paradies erleben durften und wünschen uns sehr, das es dem Nationalpark auch weiterhin gelingt diese wunderschöne Landschaft und einmalige Tierwelt zu erhalten.

Ob wir die Reise genau so noch mal buchen würden?

Die Nemo III ist ein super Schiff und die Crew ist einfach umwerfend. Auch unseren Guide Oswaldo können wir nur wärmstens empfehlen! Allerdings sind die Tage an Board sehr stark durchgeplant und strukturiert und würden wir es noch einmal buchen, würden wir  anschließend auf jeden Fall noch 2, 3 Tage länger bleiben um die Inseln auf eigene Faust in eigenem Rythmus zu erkunden (geht aber vor Ort auch nur mit geführten Touren).

Packliste Galapagos

Ausreichend Kleidung für die Anzahl der Tage mitnehmen, da auf dem Schiff nicht gewaschen werden kann .

  • Turn- oder Trekkingschuhe
  • FlipFlops / Sandalen
  • Socken
  • lange Hose für Abends
  • kurze Hosen tagsüber
  • T-Shirts / Tops
  • Fleecejacke für Abends
  • Sonnenhut / Mütze
  • Moskitospray
  • Sonnencreme (stark)
  • Tabletten gegen Seekrankheit
  • Bikini / Badehose
  • gute Kamera
  • Unterwasserkamera (z.B. GoPro)

Die Kosten:

Für unsere 8 tägige Schifffahrt inklusive Transport zum Flughafen (Quito), Flug, Essen und Schnorchelausrüstung haben wir : 2460$ (ca. 1800 €) pro Person bezahlt

Eintritt Galapagos Inseln: 100 $ Nationalpark, 10 $ Flughafengebühr pro Person

Trinkgeld: Pro Tag werden für Crew und Guide ein Trinkgeld berechnet. Bei der Crew sollte dies zwischen 8-12 € und beim Guide zwischen 10-20 € liegen. Wir haben insgesamt 210 $ Trinkgeld gegeben.

Getränke: Wasser, Tee und Kaffee gibt es an Board kostenlos. Eine Flasche Wein kostet 30 $, Bier und Softgetränke liegen zwischen 2-3$ und Cocktails gibt es ab 7 $.

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Reisebericht Galapagos Inseln – Eine sagenhafte Tierwelt

  1. Ö

    Das war aber laaaaang 😀
    Aber man merkt, dass es euch gefallen hat.. Die Fotos sind toll!

    Musste aber über den Mpass Sticker am Iphone lachen 😀 Was macht ihr denn damit ;))

    Antworten
    1. ducky Beitragsautor

      🙂 ja es war suuuuper! Tja- den blöden Sticker bekommt Janet nicht mehr von ihrem Iphone runter 😉

      Antworten

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