Reisebericht Neuseeland: Begebt euch auf die Spuren der Maori

Aotearoa – so heißt Neuseeland in der Sprache der Maori – das „Land der langen weißen Wolke“. Kia Ora, Rotorua, Wanaka, Moa… Wer durch Neuseeland reist befindet sich ganz automatisch auf den Spuren der Ureinwohner, denn viele Städtenamen, Tier- und Pflanzenarten tragen hier die maorischen Namen und ganz großer Beliebtheit erfreut sich die Sprache (die im übrigen Te reo maori genannt wird) auf den zahlreichen Souvenirs. Ihr werdet auch oft Menschen begegnen, die euch irgendwie ein bisschen an eine Mischung aus Inselbewohner und Indianer erinnern (mich zumindest) – immerhin beträgt der Anteil der Maori in der Neuseeländischen Bevölkerung knapp 15 % .

Sprecht mit den Einheimischen! Mit Neuseeländern – auch den Maori – ins Gespräch zu kommen ist heute nicht mehr schwierig. Ihr trefft sie in Cafes, in Restaurants, beim Sonntagsbarbecue am See – die meisten von ihnen sind sehr aufgeschlossen und freuen sich über eine nette Unterhaltung.

Besucht eines der Museen in der die Maori Kultur vorgestellt wird. Wärmstens empfehlen kann ich euch das Te Papa Museum in Wellington – hier gibt es wirklich viel zu erleben und das Museum ist sehr Detailverliebt nachempfunden und es gibt viele spannende Dinge zum anfassen und mitmachen. Das Beste: Das Museum ist kostenlos!

Traditionelles Maori Haus im Te Papa Museum in Wellington

Traditionelles Maori Haus im Te Papa Museum in Wellington

Lest Maori Legenden und schaut euch Filme an (einfach unendlich spannend!):

Als beliebtes Souvenir gibt es in Neuseeland überall den Hel Matau – einen Anhänger in Form eines Angelhakens, der Glück, Stärke und eine sichere Reise über das Wasser symbolisiert. Einer Maori Legende nach war Neuseeland einst ein riesiger Fisch, der von dem Seefahrer Maui mit einer Angelschnur und einem Haken gefangen wurde.

Hel Matau - Angelhaken der Maori als Schmuckstück

Hel Matau – Angelhaken der Maori als Schmuckstück

Maori Masken

Maori Masken

Legenden finden ihr zahlreich im Internet – aber noch besser – fragt die Neuseeländer! Einen tollen Film kann ich euch aber auch empfehlen: The Dead Lands (Trailer)

Lernt die Sprache! Klingt super schön und ist gar nicht soooo schwierig: Maoriwörterbuch

Besucht Rotorua

Blick auf den Rotorua See

Blick auf den Rotorua See

Rotorua im Herzen der Nordinsel ist die Hochburg der Maori Kultur. Die Maori nennen die Region um Rotorua übrigens „Whangapipiro“ was so viel bedeutet wie “extreme stinkender Platz” – bei der Duftnote “faules Ei”, verursacht durch die vielen Schwefelquellen die es hier in der Umgebung gibt und die wie eine undurchdringliche Wolke über dem Gebiet schwebt, ist diese Bezeichnung auch mehr als zutreffend.

Besucht ein Maori Dorf (wenn ihr Touristenattraktionen mögt und Geld übrig habt)

Es gibt mehrere Maoridörfer in der Umgebung und seinen Besuch kann man entweder im Touristenzentrum oder bei der Nummer die auf einem der zahlreichen Flyer steht buchen. Wir haben uns für das Dorf Mitai entschieden: http://www.mitai.co.nz/

Ehrlich gesagt hatten wir keine Ahnung was uns erwartet –wir waren einfach neugierig. Durch unsere zahlreichen Reiseerfahrungen war uns auch klar, das wir jetzt nicht in ein “echtes” Dorf geführt werden und den Maoris bei ihrem Alltag über die Schulter schauen können, aber ganz so extrem haben wir es uns dann doch nicht vorgestellt. Wir wurden mit einem Bus abgeholt auf dem groß das Werbelogo des Maoridorfes prangte. Sagt eigentlich schon alles, oder? Da wir aber ganz alleine in dem großen Bus saßen, machten wir uns schon etwas Sorgen, ob wir heute Abend die einzigen sind, die das Dorf besichtigen wollen – diese Sorge war allerdings absolut unbegründet. Bei Ankunft sahen wir schon Massen von Menschen die in Bussen angekarrt wurden. Beim Betreten des Festraums (ja, es ist ein riesiger Raum mit festlich eingedeckten Tischen) traf uns fast der Schlag – wir würden das Maoridorf heute ganz bestimmt nicht einsam besuchen, sondern mit mindestens 200 weiteren Menschen! Puh! Wir bekamen eine Tischnummer zugewiesen und kurz darauf startete die Show und der Moderator in dessen Adern seinem Aussehen zu Folge ganz offensichtlich Maori Blut floss, drehte zur Hochform auf. Fast eine Stunde spielten wir das Spiel – Aus welchem Land kommst du? Anfangs ganz nett, ging es dann aber doch irgendwann auf die Nerven, bis sich schließlich alle vorgestellt hatten und wir auf sage und staune 23 verschiedene Länder kamen. Was das mit den Maori zu tun hat? Ja, ähm…

Danach werden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und dürfen nacheinander draußen einen Blick auf das Hangi – das traditionell gekochte Maori Essen werfen.

Hangi - Erdofen der Maori

Hangi – Erdofen der Maori

Als Hangi bezeichnen die Maori einen Erdofen in dem sie nach traditioneller Kochkunst Fleisch, Geflügel und Gemüse garen. In Neuseeland kann man im Hangi gegarrte Gerichte mittlerweile sogar als Tiefkühlkost um Supermarkt kaufen. Falls ihr es auch mal probieren wollt, aber demnächst nicht nach Neusseeland kommt – hier gibt es ein Rezept: http://www.kochbar.de/rezept/341762/Hangi.html

Das Essen wird uns später dann aber recht untraditionell in Buffettform dargeboten und ob all die leckeren Speisen und Desserts wirklich traditionell “ Maori like“ waren – ich bezweifle es.  Geschmeckt hat es aber trotzdem!

Nach der Hangi Begutachtung werden wir zu einem Waka – dem Kanu der Maori geführt. Hergestellt werden die Kanus aus ausgehölten Baumstämmen und dienten den Maori früher als Verkehrsmittel und Kriegsschiff zur Einschüchterung verfeindeter Stämme. Auch hier gibt es eine Demonstration – sogar direkt auf dem Wasser. Anschließend huschen die wilden Krieger mit Kampfgeschrei und Fackeln an uns vorbei in den Busch – touristisch aber irgendwie faszinierend!

Waka - Transportmittel und Kriegsschiff der Mao

Waka – Transportmittel und Kriegsschiff der Mao

In einer Art Theater ist auf einer Bühne ein Maori Dorf nachgebaut wurden. Hier bekommen wir einen Einblick in die Rituale der Maori Kultur: Tänze, Kampftechniken, Begrüßungsrituale und zum Schluss erklärt der Häuptling seine Tättowierungen im Gesicht. Hier gibt es eine tolle Erklärung der Symbole: Maori Tattoos

Der Maori Häuptling

Der Maori Häuptling

Dorfleben der Maori

Dorfleben der Maori

Begeistert sind wir hier von der Haka Vorführung – aber noch begeisterter sind wir als wir bei einem Spiel der neuseeländischen Rugby Stars „All Blacks“ im Fernsehen sehen, dass diese vor ihrem Spiel den Haka Tanzen – und zwar weltweit in jedem Stadion, vor jedem Spiel (klasse Einschüchterungstechnik wie ich finde :-)): All Blacks Haka – youtube

Haka - der Kriegstanz der Maori

Haka – der Kriegstanz der Maori

Dann gibt es das leckere Essen und zum Abschied gibt es noch eine kleine Nachtwanderung durch den Wald zu einem See mit Glühwürmchen.

In meinem Wochenrückblick findet ihr einen Ausschnitt über unseren Besuch im Maoridorf: Ducky Videotagebuch Nr. 30

Fazit: Wir würden es ehrlich gesagt auf keinen Fall noch einmal machen und so ein richtiges „muss man gesehen haben – aber einmal reicht“ können wir hier leider auch nicht vergeben. Zwar finden wir die Maori Kultur absolut spannend, aber diese Dörfer sind viel mehr eine riesige Touristenattraktion und eine recht teure noch dazu. Die Gruppen sind riesig und leider versteht man somit auch nur die Hälfte, wenn man nicht in der ersten Reihe steht.  Wer sich wirklich für die Maori und ihre Lebensweise intressiert ist im direkten Gespräch mit den Menschen und einem Besuch im Museum besser aufgehoben. Wer nachen einem unterhaltsamen Abend sucht  und dabei noch etwas lernen möchte, für den ist ein solches Dorf sicherlich eine geeignete Wahl.

 

 

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